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Aktuelles I/2002

Aktuelles I/2003

1. Fallbeispiel Papillomatose beim Junghund

2. Leserfragen: heute Wurmkuren beim Junghund

 

 

Aktuelles I/2002 Weiterentwicklung des Paraimmunitätsinducers Baypamun

Verbesserte Prophylaxe in Stresssituationen möglich

Durch die Weiterentwicklung des Präparates Baypamun-H/K© zu Baypamune©[Neu!]ist es der Firma Bayer gelungen, die Wirksamkeit des unspezifischen Schutzes durch Paraimmunisierung des Tieres erheblich zu verlängern.

 

Diensthunde können hiermit vor Stresssituationen (z.B. vor längeren Transporten, bei Besitzerwechsel etc.) vermutlich noch besser als bisher geschützt werden, so dass das Risiko beispielsweise einer Zwingerhusteninfektion deutlich gemindert wird. Findet trotzdem eine Infektion statt, so ist ein erheblich milderer Verlauf zu erwarten.
        
Behandlungsschema:
 
Variante 1 - Schutz innerhalb eines Tages für 1 Woche
1 ml Baypamune© an den Tagen 0, 2 und 4
 
Variante 2 - Schutz ab dem 2. Tag für 2 Wochen
1 ml Baypamune© an den Tagen 0, 2 und 9

In Zwingeranlagen sollen alle Tiere behandelt werden. Hierfür stehen kostengünstigere Großpackungen zur Verfügung.

 Aktuelles I/2003

Fallbeispiel: Papillomatose in der Mundhöhle beim Junghund

Warzen (Papillome) kommen beim Hund in der Haut, bes. in der Kopf- und Rückenregion vor. Obwohl sie am häufigsten bei älteren Tieren gesehen werden, können sie auch bei Junghunden massenhaft, z. B. in der Mundhöhle (Stomatitis papillomatosa), auftreten. Glücklicherweise ist diese Erkrankungsform recht selten.

Im vorliegenden Fall wurde diese Erkrankung bei einem 5 Monate alten Dobermannrüden, bei der Extraktion eines Milchfangzahnes, zufällig festgestellt. Bei der Kontrolle 1 Monat später wurde eine starke Zunahme der Warzenbildung in der Mundhöhle beobachtet. Die Erkrankung sprach sehr gut auf die Behandlung mit dem Paraimmunitätsinducer Baypamun©  an. Nach 5 Injektionen im Abstand von 1 Woche hatten sich die Warzen fast vollständig zurückgebildet und sind im Beobachtungszeitraum bis heute (2 Jahre) nicht wieder aufgetreten.

Abb. 1a: einzelne Papillome (Warzen) in der Mundhöhle als Zufallsbefund
Abb. 1b: deutliche Zunahme der Warzenbildung innerhalb von 4 Wochen ohne Therapie
Abb. 1c: Abheilung nach 5-wöchiger Behandlung mit einem Paraimmunitätsinducer

 

 

Leserfragen

Ute H. fragte am 21.11.02 nach: Was mir allerdings aufgefallen ist, sind die häufigen Entwurmungen. Ist dies wirklich notwendig und kann man dies für die Gesundheit der Hunde nicht mit Kotuntersuchungen abdecken?

Dr. Korthäuer: Ausgangspunkt für eine Infektion der Welpen mit Spulwürmern (Askariden) ist in den ersten Lebenswochen zunächst das Muttertier. Ich erläutere hier den Entwicklungszyklus des wichtigsten Hundespulwurms (Toxocara canis) in vereinfachter Form. In der Muskulatur des Muttertieres befinden sich fast immer Ruhestadien der Spulwurmlarven. Diese werden durch die Schwangerschaft aktiviert und wandern über den Blutweg entweder in Richtung Milchdrüse oder Gebärmutter. Viele Welpen sind deshalb bereits vor der Geburt mit Spulwürmern infiziert und erhalten die nächsten infektiösen Larven kontinuierlich mit der Muttermilch (Maximum der Larvenausscheidung in der 2. und 3. Lebenswoche). Im Hundeorganismus (egal ob Welpe oder erwachsener Hund) dauert die Entwicklung von der infektiösen Larve I bis zum geschlechtsreifen Wurm ca. 3 Wochen. Die Spulwürmer machen in dieser Zeit die so genannte Körperwanderung durch:

durch die Darmwand über die Lymphe zur Leber

von der Leber über das Blut zur Lunge (einige bei der Hündin in die Muskulatur)

aus der Lunge werden sie hochgehustet und wieder abgeschluckt

im Dünndarm setzen sie sich fest, werden geschlechtsreif und produzieren in ihrem Leben bis zu 100000 Eier.

Mit den Wurmkuren in engen Zeitabständen ab der 2. Lebenswoche versucht man gerade diesen Zyklus zu verhindern: Die Spulwürmer befinden sich schon im Darm und können erfolgreich bekämpft werden, sind aber noch nicht geschlechtsreif und haben deshalb noch nicht massenhaft Eier produziert und so die Wurfkiste und Umgebung verseucht. Reagiert man erst auf einen festgestellten Befall mit Wurmkuren, so läuft man dieser Entwicklung hinterher und hat in der Regel erheblich größere Probleme damit, die Welpen einigermaßen wurmfrei zu bekommen.

Der Wert der Kotuntersuchungen liegt deshalb m. E. hauptsächlich darin, festzustellen ob:

das verwendete Wurmmittel wirksam ist und

evtl. andere Darmparasiten (z. B. Peitschenwürmer, Kokzidien, Giardien) vorhanden sind und ggf. gezielt bekämpft werden müssen.

Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen sind aus der Literatur übernommen und haben sich in unserer kleinen Zucht mit einer Reihe von Diensthündinnen (Riesenschnauzer, Malinois, DSH) gut bewährt. Aus der Privatpraxis kenne ich auch einige wenige Zuchthündinnen, die offenbar praktisch keine Spulwurmlarven beherbergen. Hierbei kann man sicherlich die Entwurmungsintensität ausnahmsweise etwas reduzieren.

Eine neuere Strategie zielt darauf ab, ab dem 55. Schwangerschaftstag die Wanderlarven bereits in der Mutterhündin z. B. mit Ivermectin (bei einigen Rassen wie Bobtails und Border Collies hochgradig toxisch!!) zu bekämpfen. Da das Medikament aber hierfür keine Zulassung besitzt, war mir dies bisher zu gefährlich.

Nebenwirkungen durch die Wurmkuren habe ich bei genauer Dosierung (Welpen wiegen und Wurmkuren genau ausrechnen) bei gesunden und regelmäßig entwurmten Welpen bislang nur sehr selten beobachtet. Diese traten allerdings häufiger bei Tieren auf, die in meiner Privatpraxis erst spät und mit massiver Verwurmung vorgestellt worden sind (Durchfall). Nach erfolgreicher Bekämpfung der Darmparasiten erholen sich die Welpen aber meist sehr rasch.

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Copyright © 2002 OFV Dr. med. vet. Walter Korthäuer
Stand: 27. Januar 2003