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Was ist eine Disposition? Welche Arten von Dispositionen gibt es?

Unter einer Disposition versteht man in der Tiermedizin die Veranlagung bzw. Bereitschaft eines Tieres (Individualdisposition) oder einer Tiergruppe bei entsprechenden auslösenden Faktoren mit einer bestimmten Erkrankung gehäuft zu reagieren. In dieser Website werden Dispositionen für die Gruppe der Diensthunde behandelt. Diese Dispositionen gelten etwas abgeschwächt auch für Schutzhunde und andere Gebrauchshunde.  Sie lassen sich weiter unterteilen z. B. in Dispositionen für bestimmte Rassen, Haltungsformen oder Belastungen (z. B. Schutzhund, Spürhund).

Abb. 1: Die Ceratitis superficialis chronica ist eine der zahlreichen, autoimmun bedingten Erkrankungen, die gehäuft beim Deutschen Schäferhund vorkommen. Hier das Endstadium der Erkrankung ohne Behandlung.
Abb. 2: Die chronische Pankreasinsuffizienz (CPI) ist eine andere Autoimmunerkrankung mit einer typischen Rassedisposition des Deutschen Schäferhundes. Links fortgeschrittene Rückbildung des Pankreas, rechts normales Pankreas zum Vergleich. Oberhalb des Pankreas liegt in beiden Abbildungen der unveränderte Zwölffingerdarm (Duodenum).
Abb. 3:  Die Rassen Malinois und Golden Retriever besitzen eine Disposition für eine Atrophie der Kaumuskulatur. Die Ursache ist vermutlich ebenfalls eine Autoimmunerkrankung.

Rassedispositonen

Alle Diensthunderassen: Cauda Equina Compressionssyndom (CECS), degenerative Gelenkerkrankungen, Ellenbogenerkrankungen, Fremdkörper im Rachen und Magen (nach dem Apportieren von Stöcken, gefressenes Plastikspielzeug, Tennisbälle etc.), Hüftgelenkdysplasie, Magendrehung, Spondylopathia deformans, Zwingerhusten

Malinois: Atrophie der Kaumuskulatur, Flankenlecken, Glaskörperverflüssigung (Synchisis szintillans), Hygrome der Schleimbeutel, Hyperaktivität, Iriszysten, Malabsorption mit Abmagerung, progressive Retinaatrophie, Rutenspitzengeschwür, Sternalulcus (Brustbeingeschwür), Trachealkollaps (idiopathische Sonderform), Verhaltensstörungen bei Zwingerhaltung, Wurzelanomalie des P3 im Oberkiefer, Zahnabrasionen (Käfigbeißer), Zahnfrakturen. Keine Disposition besteht beim Malinois für einige Autoimmunerkrankungen des Deutschen Schäferhundes: u. a. Ceratitis superficialis chronica, Exokrine Pankreasinsuffizienz, "Eosinophile" Erkrankungen, Kontraktur des Musculus gracilis, Pemphiguserkrankungen

Deutscher Schäferhund: Allergien, Autoimmunerkrankungen (z.B. Ceratitis superficialis chronica, Circumanalfisteln, Exokrine Pankreasatrophie, Hygrome der Schleimbeutel), Pyodermie, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Dobermann: Herzerkrankungen (Rhythmusstörungen, Hypertrophie, Dilatation) häufig gekoppelt mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Riesenschnauzer: Herzerkrankungen (Rhythmusstörungen, Hypertrophie, Dilatation)

Rottweiler:  Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen, Unverträglichkeit von Ketamin

Anmerkung: Bei den drei zuletzt genannten Rassen verfüge ich über deutlich geringere Fallzahlen.

Belastungsabhängige Dispositionen

Rettungshunde: Cauda Equina Compression, Sturzverletzungen (Schädeltraumen, Verletzungen des Handgelenkes)

Schutzhunde:  akute Bandscheibenvorfälle (Diskopathien), degenerative Erkrankungen der gesamten Wirbelsäule, Frakturen der Fangzähne einschließlich der Milchfangzähne

Spürhunde: Cauda Equina Compression, Fremdkörper in der Nase, Erkrankungen der Praemolaren (durch die Bestätigung mit dem Bringsel), Vergiftungen durch Sprengstoffe und Rauschgifte

Haltung in großer Zwingeranlage: Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen), Magendrehung, Parasitosen (bes. Flöhe, Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer), Verhaltensstörungen (Hyperaktivität, Ängstlichkeit, Aggressivität) mit Folgeerkrankungen (Lecksyndrome, Rutenspitzengeschwür, Abrasion der Zehen- und Sohlenballen), Schleimbeutelentzünden, entzündete "Liegestellen" (Ellenbogen-, Fußgelenks-, Hüftgelenksregion),  Zwingerhusten

 

Copyright © 2002 OFV Dr. med. vet. Walter Korthäuer
Stand: 24. Februar 2003